Social Media

Wie Du den richtigen Social-Media-Kanal für Dein Unternehmen findest

Vom Zuschauer zum Mitspieler

Wenn es darum geht, als KMU in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein, sind ein paar Grundüberlegungen notwendig. Haben sich Denkweisen geändert und wird das Engagement in Social Media ressourcengerecht in den Arbeitsalltag integriert, sollten sich Handwerker, Hotelbetriebe, Restaurants und andere KMU genau überlegen, welche Kanäle für sie in Frage kommen.

Weniger ist mehr

Etliche Online-Marketing- und Social Media-Experten raten dazu, auf so vielen Kanälen wie möglich präsent zu sein. Es liegt nahe: Je mehr Kanäle Unternehmen bedienen, desto größer die Reichweite, desto mehr potenzielle Kunden werden erreicht. Ich rate davon ab. Denn nur wenige kleine oder mittelgroße Unternehmen haben die Ressourcen dazu, jedes Netzwerk mit hochwertigen, kanalspezifischen Inhalten zu füllen und dauerhaft zu betreuen. Sinniger ist es da, sich auf zwei oder drei Kanäle zu beschränken.

Wo sind meine Zielgruppen?

Entscheidend bei der Auswahl des passenden Social-Media-Kanals sind die Gewohnheiten und Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe(n). Junge, webaffine Menschen navigieren überwiegend bei Facebook, benutzen aber immer häufiger die bildgewaltigen Social-Media-Dienste wie Instagram oder Snapchat. Jobsuchende und B2B-Kontakte sind ebenso bei Xing oder LinkedIn anzutreffen. Die Wahl des Kanals hängt auch davon ab, welches Produkt, welche Dienstleistungen Du als Unternehmen anbietest. Produzierst Du eher ein erklärungsbedürftiges Produkt? Oder bewegst Du Dich im Bereich Mode oder Lifestyle? Erst eine grundlegende Analyse Deines Angebots gibt Dir erste Hinweise, welches Netzwerk Du bespielen solltest.

Die größten Social Media-Kanäle – eine Entscheidungshilfe

Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Social-Media-Kanäle:

Facebook
Schon allein wegen der enormen Reichweite und Vielfalt von Möglichkeiten führt für KMU kein Weg am Platzhirsch Facebook vorbei. Viele unterschiedliche Ziele können hier erreicht werden: auf Kompetenzen aufmerksam machen, Produkte präsentieren, Kunden an das Unternehmen binden, Dialog mit den Kunden ankurbeln. Zu vermeiden sind förmliche, distanzierende Posts ohne persönliche Note; zu empfehlen informativer, nützlicher aber auch unterhaltender Content in einer festen Regelmäßigkeit. Ebenso wichtig: Facebook Advertising. Bedenke: Ohne platzierte und zielgruppenspezifische Werbung nutzt Du lediglich 10% des Facebook-Potenzials!

Twitter
Der Kurznachrichtendienst eignet sich besonders, wenn Du mit einer hohen Frequenz Meldungen versendest. 140 Zeichen müssen dabei ausreichen. Im Moment prüft Twitter neue Funktionen. Ob dieses Netzwerk zu Dir passt, ist auch eine Frage der Automatisierung Deiner Posts. IT-Unternehmen können zum Beispiel auf Twitter gut auf Produkt-Updates und Angebote hinweisen.

Google+
Google+ steht vor einer großen Veränderung. Nicht verändern wird sich wohl die Tatsache, dass sich auf dieser Plattform überwiegend Branchenkenner und Medienleute aufhalten. Ähnlich wie bei Facebook sind die Maßnahmen vielfältig. Besonders gewinnbringend kann für Dich ein Google+-Engagement für Dein Google-Ranking sein. Hier sehe ich jedoch wenige Entwicklungsmöglichkeiten. Gut möglich, dass Google dieses Netzwerk auslaufen lässt und vielleicht in naher Zukunft komplett aus dem Netzverkehr zieht.

Xing und LinkedIn
Hauptsächlich eignen sich diese beiden Plattformen, um neues Personal anzuwerben, aber auch um Unternehmens-News in Deinem Netzwerk zu verbreiten oder auf Business-Events hinzuweisen. Für Selbständige sind besonders Gruppen interessant, um an Aufträge zu gelangen und mit potenziellen Partnern sowie Kunden ins Gespräch zu kommen.

Instagram, Pinterest und Snapchat
Falls die Ressourcen nicht reichen, um überzeugende und informative (Text-)Inhalte in regelmäßigen Abständen zu veröffentlichen, bilden die beiden bildlastigen Social-Media-Kanäle eine gute Alternative – mit wachsender Reichweite. Ob im Bereich Food, Mode oder Lifestyle: Versehen mit „#“ (Hashtags) können Inhalte breit gestreut werden.

Auch Foren und spezialisierte Blogs bieten gute Kommunikationspfade, um neue Kunden zu gewinnen. Besonders bei Nischen-Themen (wie etwa Oldtimer-Ersatzteile oder Modelleisenbahnen) können Kunden direkt angesprochen und Fragen beantwortet werden. Dabei ist es jedoch förderlich, den Kontakt aufrechtzuerhalten, kontinuierlich präsent zu sein und schnell auf Fragen zu antworten.

Fazit

Wie bei allen PR- und Marketing-Aktivitäten gilt: Die Ressourcen müssen passen und Maßnahmen über einen längeren Zeitraum getestet werden. Aber der Einstieg lohnt gleich doppelt: Denn schneller, preiswerter und genauer kannst Du als KMU Deine Kunden nicht erreichen – und detaillierter und authentischer können Bilder und Image nicht transportiert werden.

Regelmäßig, kreativ und nutzerorientiert: Wenn Du mit hochwertigen Inhalten Deine Zielgruppen begeisterst, kannst Du enorme Chancen nutzen – und als ehemaliger Zuschauer zum Mitspieler werden.