Webdesign

Mit der Website antizipieren – Oder: Spiel mit Deiner Website Ping-Pong

Ahne die nächsten Klicks und Gewohnheiten Deiner Besucher voraus!

Es gibt Unternehmen, die haben es im Web einfach drauf – mit einer ansehnlichen, informativen und nutzerfreundlichen Website. Und sind dabei auch richtig erfolgreich! Natürlich: Die Website eines Apothekers, einer Physiotherapeutin oder eines Finanzberaters lässt sich nicht mit der eines Konzerns vergleichen. Jedoch kannst Du Dir von den großen Web-Spielern einiges abschauen.

Damit das Kopfkino und damit die Planung einer neuen Website gelingen kann, sollten folgende Fragen rechtzeitig beantwortet werden:

  • Was zeichnet gute Websites aus, wie beginne ich am geschmeidigsten die Planung?
  • Welche Ansätze und Anregungen sind relevant, damit ich als Selbstständiger oder Mittelständler auch mit meiner Website punkten kann?

Vom großen Waldner lernen, heißt, Spielverständnis entwickeln. Und Antizipation.

Jan-Ove Waldner war der Mozart des Tischtennis. Mit ihm bin ich aufgewachsen, als ich mit acht Jahren begann, Tischtennis zu spielen ­– und noch heute fasziniert er mich. Der schwedische Olympiasieger zauberte an der Platte mit einem Spielwitz und Taktikverständnis, das es in dieser Form noch nicht gab und wohl auch nicht mehr geben wird. Wann immer ich ihn spielen sah, stellte ich mir die Frage: Was war sein Erfolgsgeheimnis?

Tischtennis, die schnellste Rückschlagsportart überhaupt, verlangt einiges ab: Athletik, Technik, Schnellkraft, Ausdauer. Und eine gehörige Portion Antizipation. Und antizipieren konnte Waldner wie kein Anderer. Er wusste meist vor seinem Schlag, wie sein Gegner darauf antworten wird. Und konnte sich wiederum fast perfekt darauf einstellen.

Jetzt aber konkret: Wie profitieren KMU, um mit der eigenen Website zu punkten?

Meine Empfehlung: Versuche bereits in der Entwicklungsphase zu identifizieren, welche Lesegewohnheiten Deine Zielgruppe hat. Und antizipiere sie. Spiele gedanklich Ping-Pong!

Klar ist: Deine Website muss optisch etwas hermachen, und sie sollte aufgeräumt mit klarer Struktur auf dem Bildschirm stylisch daherkommen. Funktioneller Aufbau? Klar. Ebenso wichtig: Inhaltlich muss die Site wirken, mit starken, authentischen und überzeugenden Aussagen.

Aber wichtiger ist: Welche Inhalte suchen Deine Leser? Wie navigieren sie? Wo verbleiben sie am längsten? Wirkt Deine Präsentation und die Deines Unternehmens vertrauensvoll? Entwickle einen „Flugplan“ für die Interessen und Lesegewohnheiten Deiner Interessenten!

Ihr Ziel sollte immer sein, den individuellen Bedürfnissen der Besucher nachzukommen. Ob informieren, unterhalten oder etwas kaufen: Um das so gut wie möglich umzusetzen, sollte die Website unmissverständlich ihren Inhalt vermitteln. Stelle Deine Informationen in klaren, nachvollziehbaren Hierarchien dar und fasse sie sinnvoll zusammen.

Technik, Navigation und noch viel mehr

Eine Website zu konzipieren, zu planen, umzusetzen und anschließend mit Leben zu füllen, hat etwas von Bastelarbeit. Ist der Code fehlerfrei? Wird die Website auf allen Endgeräten – auch mobil – optimal angezeigt? Gelangt mein Leser auch schnell zu allen Inhalten, die er sucht? Sind meine Kategorien und Navigationspunkte gut und sinnig gewählt? Ist meine Seitenbreite in Bezug auf Lesefreundlichkeit optimal ausgerichtet?

Gute Beispiele sind die folgenden Websites:

http://www.gymondo.de
Gelungenes, modernes Design fügt sich hier sinnvoll und plausibel in die Navigation ein. Ebenso vielversprechend ist die sprachliche Umsetzung, die Kundennutzen und -vorteile in der Sprache der Zielgruppe transportiert und Handlungsaufforderungen an guten Positionen unterbringt.

meinespielzeugkiste.de
Die Gestaltung holt die Zielgruppe sofort ab und fällt quasi mit der (Angebots-)Tür ins Haus (wichtig: Mütter und Väter haben wenig Zeit zu lesen!). Alle wesentlichen Fragen nach Produkten, Lieferung und Preisen werden beim Scrollen direkt beantwortet.

myfreshfarm.de
Macht sofort Appetit und bringt eine gute Stimmung rüber. Die Informationen sind kompakt, aber nicht zu ausführlich. Zitate der Kunden und gut platzierte Siegel vermitteln sofort Vertrauen.

Fazit

Schauen Sie sich einmal dieses Video an: https://www.youtube.com/watch?v=P_8o-QNErsQ

Waldner war ein Gambler. Ich denke, diesen Spielzug hat er bereits tausendmal trainiert und immer wieder verfeinert. Und daran können sich auch Webdesigner, Selbständige und Mittelständler ein Beispiel nehmen. Schwing die Tischtennis-Keule und plane Deinen Web-Auftritt mit allen Elementen frühzeitig. Lerne Deine Kunden bzw. „Mitspieler“ kennen, benutze vielleicht mal einen anderen Schläger und feile an Technik und Antizipationsvermögen. Denn nur so punktest Du im Web-Match.